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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Dermatologie & Allergologie

Alopezie: Diagnose

Alopezie

Definition

Haarlosigkeit als Folge eines vermehrten Haarausfalls (Effluvium). Alopezien können angeboren (Atrichie) oder erworben, herdförmig oder diffus, reversibel oder irreversibel sein.

Nichtvernarbende herdförmige Alopezien
Alopecia areata
Definition

Nichtvernarbender herdförmiger Haarausfall ohne Zerstörung des Haarfollikels. Ursache unbekannt, jedoch vermutlich autoimmunologisch bedingt.

Klinische Charakteristik
  • einzelne oder mehrere runde haarlose Herde häufig im Bereich des Capillitiums
  • bei Befall der gesamten Kopfhaut: Alopecia totalis
  •  wenn die gesamte behaarte Haut betroffen ist: Alopecia universalis
  • Follikelöffnungen bleiben erhalten und sichtbar, vereinzelt assoziiert mit anderen Autoimmunerkrankungen (Vitiligo, perniziöse Anämie)
  • gelegentliches Begleitsymptom: Tüpfelnägel

Epidemiologie
  • keine Geschlechtspräferenz
  • familiäre Häufung

Differentialdiagnosen
  • Trichotillomanie (herdförmiges Herausreißen von Haaren)
  • Trichomykose
  • vernarbende Alopezien

Verlauf

Verschiedene Verläufe sind möglich:

  • Spontanheilung
  • chronisch-rezidivierend
  • progredient bis zur totalen bzw. universellen Alopezie

Trichotillomanie
Definition

Alopezie aufgrund von fortgesetztem Zupfen oder anderweitiger mechanischer Irritation der Haare.


Klinische Charakteristik
  • meist bei Kindern finden sich einzelne oder mehrere alopezische Herde im Bereich des Capillitiums
  • Haarstummel meist erhalten (Aspekt der schlecht gemähten Wiese)

Vernarbende herdförmige Alopezien

  • Vernarbung nach tiefen bakteriellen oder mykotischen Infektionen der Follikel
  • Verletzungen
  • Röntgenschädigung
  • chronisch kutaner Lupus erythematodes
  • Lichen planopilaris
  • zirkumskripte Sklerodermie
  • Pseudopelade Brocq

Diffuse Alopezien

Androgenetische Alopezie (male pattern alopecia)
Definition

Genetisch bedingter Haarausfall mit typischem Muster, der durch die Wirkung von Androgenen bedingt ist.

 

Klinische Charakteristik
Beim Mann

Progredienter Haarausfall unter Ersatz durch Lanugohaare mit typischen Stationen:

  • frontotemporaler Haarverlust ("Geheimratsecken")
  • Haarverlust im Tonsurbereich, männliche Glatze (unter Erhalt eines Haarkranzes bis zur Ohrenhöhe)

 

Bei der Frau

Haarausfall meist auf Scheitelregion beschränkt

Differentialdiagnosen
 Diffuse Alopezien anderer Ursache

Es kann ebenfalls zu einem Effluvium kommen:

  • im Rahmen verschiedener Infektionskrankheiten (z.B. rezente fieberhafte Infekte, Typhus, Syphilis)
  • bei hormonellen Störungen (z.B. Hyperandrogenämie, Hyperprolaktinämie, Hypo- und Hyperthyreose)
  • bei Intoxikationen (z.B. Arsen, Bor, Thallium)
  • bei chronischen Erkrankungen (Kollagenosen, Hepatopathien, Neoplasmen)
  • bei Mangelzuständen (Eisen, Zink, Vitamin B12, Folsäure) etwa bei Crash-Diäten, Anorexia nervosa, Bulimie
  • bei der Gabe bestimmter Medikamente (z.B. Zytostatika, Antikoagulantien, Retinoide, Betablocker, Thyreostatika, Gestagene)
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Letztes Update:25 Februar, 2009 - 13:20